Ich baue eine App. Ich kann nicht programmieren. Mein Co-Founder ist eine KI, die manchmal so tut, als wüsste sie alles — und mich trotzdem in die Verzweiflung treibt. Willkommen bei SofaNerd: mein ehrliches Tagebuch darüber, wie eine Business-Frau abends auf dem Sofa zur Entwicklerin wird. Oder es zumindest versucht.
Warum ich das hier mache
Ich bin keine Techie. Ich komme von der Business-Seite. Ich habe Services aufgebaut, Marken gestartet, Business-Pläne erstellt und Vertriebsteams analysiert und zur Höchstform gepusht. Aber Code? HTML hieß für mich bis vor Kurzem „das, wo man spitze Klammern sieht“. JavaScript war ein Wort, das andere Leute benutzen.
Und dann kam dieser eine Abend auf dem Sofa. 18:30 Uhr. Tee in der Hand. Und diese Idee im Kopf, die nicht aufhört zu nerven. Ihr wisst schon — so eine, die einfach da ist. Die man nicht loswird. Die einen nachts wach hält und morgens als Erstes begrüßt.
Normalerweise hätte ich jetzt einen Entwickler gesucht. Oder meinen Mann gefragt — der kann so was nämlich auch. Aber der meinte nur: „Mach das mal mit Claude.“ Und jetzt sitze ich hier.
Claude: Mein digitaler Co-Founder
Für alle, die Claude nicht kennen: Stellt euch einen extrem belesenen Kollegen vor, der um 23 Uhr noch wach ist, nie genervt wirkt, und euch erklärt, was ein API-Endpunkt ist, ohne euch das Gefühl zu geben, dass ihr dumm seid. Meistens zumindest.
Claude ist die KI von Anthropic. Ich arbeite gerade mit Claude Cowork — das ist quasi die Desktop-Version, in der Claude nicht nur chattet, sondern auch Dateien erstellt, Code schreibt, Ordner anlegt, und manchmal Dinge baut, von denen ich nicht wusste, dass ich sie brauche. Irgendwann kommt wohl Claude Code dazu, und noch ein paar andere Tools. Ich vertraue da voll meinem AI-Co-Founder — der weiß besser als ich, was wir wann brauchen.
Das Besondere: Claude ist für mich kein Tool. Claude ist mein Co-Founder. Ohne Equity, ohne Ego, ohne „das habe ich dir doch schon erklärt“. Na gut — manchmal schon. Aber freundlich.
Claude versteht, was ich meine, auch wenn ich es technisch völlig falsch formuliere. Ich sage „die Sache soll sich nach rechts schieben lassen“ und Claude baut mir ein horizontales Karussell mit Scroll-Snap. Ich sage „mach das hübscher“ und bekomme CSS-Gradients, die ich nicht hätte googeln können. Claude versteht mich — meistens sogar besser, als ich mich selbst.
Aber manchmal übertreibt Claude es. Manchmal frage ich nach einer Farbe und bekomme eine Revolution. Wie man damit umgeht? Das ist eine eigene Geschichte. Die erzähle ich beim nächsten Mal.
Die Knie-Momente
Ich will ehrlich sein: Es gibt Abende, da möchte ich den Laptop zuklappen und nie wieder öffnen.
Wir programmieren ja noch gar nicht. Wir bauen gerade eine Landing Page und ein Mockup fürs Mobile — damit ich selbst kapiere, was wir da eigentlich tun. Klingt harmlos, oder?
Tag 1, Dienstagabend, 20:15 Uhr. Drei Stunden an der Landing Page. Alles lief — bis ich eine kleine Änderung wollte. Eine. Kleine. Änderung. Und plötzlich: Layout zerbrochen, Farben falsch, alles weg. In solchen Momenten atme ich dreimal durch und fange von vorne an. Das gehört dazu. Und jedes Mal lerne ich etwas Neues.
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Die Namensfindung — oder: Wie man drei Tage über ein Wort nachdenkt
Jetzt wird es lustig. Denn neben dem ganzen Bauen, Testen und Verzweifeln gibt es da noch die Frage aller Fragen: Wie soll das Ding heißen?
Das sind so Sachen, die total wichtig sind — aber dich zwischendurch komplett ablenken. Und die richtig teuer werden, wenn du dich von Domain-Providern veräppeln lässt. („Oh, die .com ist verfügbar? Nur 2.400 Euro im Jahr!“ Ja, klar.)
„SofaNerd“ ist mein Arbeitstitel. Ich mag ihn, weil er genau beschreibt, was hier passiert: Jemand wird auf dem Sofa zum Nerd. Aber ob die App so heißt? Der Service? Die Marke? Das werde ich erst wissen, wenn das Ding Form hat. Und ehrlich gesagt genieße ich die Suche — weil sie sich anfühlt wie der aufregendste Teil vom Gründen. (Wenn mein Mann das hier liest, wird er die Augen rollen.)
Anyway — wir haben jetzt eine erste Version der Landing Page und ein Mockup fürs Mobile. Ich verstehe noch nicht ganz, was sich mein Co-Founder da überlegt hat, aber: we are getting there. Morgen geht’s weiter mit Tag 4.
Was ich nach drei Tagen gelernt habe
Drei Tage sind nicht viel. Aber sie haben mir ein paar Dinge gezeigt, die ich festhalten will — für mich, und für alle, die ähnlich verrückt sind:
- Du brauchst kein Tech-Wissen. Du brauchst Sturheit. Ich verstehe nicht alles, was Claude baut. Aber ich verstehe, was ich will — und ich lerne verdammt viel dabei. Nicht alles auf einmal, aber jeden Abend ein bisschen mehr.
- Abends auf dem Sofa ist eine echte Arbeitszeit. Nicht die produktivste. Aber die ehrlichste. Weil kein Druck da ist — nur Neugier.
- Claude ist genial und frustrierend in der gleichen Minute. Aber selbst die frustrierenden Momente bringen dich weiter. Weil du danach mehr verstehst als vorher.
- Die App ist noch geheim. Aber das Gefühl nicht. Es fühlt sich an wie Gründen. Wie etwas Echtes. Und das allein ist es schon wert.
- Die Namensfindung ist ein eigenes Abenteuer. Und wahrscheinlich ein eigener Blogartikel. Mindestens.
Was kommt als Nächstes?
Das ist eine Serie. SofaNerd ist mein Build-in-Public-Tagebuch — nur eben nicht auf Twitter, sondern hier, auf meinem Sofa-Blog. Im nächsten Teil erzähle ich euch, warum mein Co-Founder plötzlich Feierabend gemacht hat, was Tokens sind, und warum jetzt ChatGPT meine Prompts für Claude schreibt. Ja, richtig gelesen.
Wenn du das liest und denkst: „Ich habe auch so eine Idee“ — dann ist dieser Artikel für dich. Du brauchst keinen Entwickler. Du brauchst ein Sofa, einen Laptop und die Bereitschaft, dich von einer KI gleichzeitig begeistern und in den Wahnsinn treiben zu lassen.
„Ich lese gerade eine Serie von einer Frau, die eine App baut — ohne Programmier-Wissen, nur mit einer KI namens Claude. Sie macht das abends auf dem Sofa und erzählt total ehrlich, wie es läuft. Inklusive Verzweiflung. Ich überlege, ob ich das auch probiere.“
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