Tag 8. Unser Founder-Team steckt in einer Krise. Claude und ich — wir haben beschlossen, 2–3 Tage Auszeit zu nehmen. Und weil gerade sowieso nichts weitergeht, kann ich euch ja endlich mal erzählen, was wir hier eigentlich bauen.
Warum ich? Warum jetzt?
Weil ich 12.000 Fotos auf dem Handy habe und man mit einer KI „anscheinend“ einfach eine App entwickeln lassen kann. Ich schmeiß mich weg — das ist so weit weg von einfach. Deshalb Krise. Deshalb Auszeit. Aber die Idee bleibt.
Und weil ich eigentlich einen coolen Co-Founder habe, der nie schläft, nie klagt und nie schlecht gelaunt ist. Na ja — manchmal macht er Feierabend wegen Token-Limits. Aber sonst ok ist!
Aber erstmal: Nimm dein Handy. Jetzt.
Öffne deine Kamerarolle. Schau auf die Zahl. Wie viele Fotos hast du?
Ich habe 12.247. Zwölftausendzweihundertsiebenundvierzig. Und wisst ihr, wie viele ich mir im letzten Jahr angeschaut habe? Wirklich angeschaut, nicht nur durchgewischt?
Vielleicht zwanzig.
Zwölftausend Fotos. Klar — bei den neueren weiß ich noch, was los war. Wenn ich Glück habe und es noch nicht so lange her ist, erinnere ich mich. Aber die Details? Die gehen über die Zeit verloren. Wer genau dabei war. Was der Anlass war. Warum der Moment so wichtig war, dass ich das Handy rausgezogen habe.
Und das ist schade. Weil die Erinnerung da war — nur hat sie niemand festgehalten.
Das Problem, das mich nicht losgelassen hat
Ihr kennt das: Apple zeigt euch „Erinnerungen“ — „An diesem Tag vor 3 Jahren“. Und dann seht ihr drei Fotos von einem Strand. Cool. Welcher Strand? Mit wem? Warum war das wichtig?
Die Slideshow zeigt euch, was passiert ist. Aber sie kann euch nicht sagen, warum es wichtig war.
Und das ist der Unterschied zwischen einem Foto und einer Erinnerung.
Deshalb eine App, mit der man einfach die Erinnerung hinzufügen kann — und sie mit Familie und Freunden easy teilen kann.
Also baue ich eine App
Genau. Das ist die App, über die ich seit Tag 1 schreibe. Die App, für die ich mit Claude Code schreibe und ChatGPT meine Prompts vorstrukturieren lasse. Die App, für die ich abends auf dem Sofa sitze statt Netflix zu schauen. Die App, wegen der mein Co-Founder und ich gerade eine Zwangspause brauchen.
Eine iOS App, die eure vergessenen Fotos nimmt und in etwas Wunderschönes verwandelt. In Memory Cards — kleine, gestaltete Karten mit euren Fotos, euren Gesichtern, eurem Ort, eurer Geschichte. Die ihr dann teilen könnt.
Und die KI? Die macht 80% der Arbeit. Ihr macht die 20%, die es persönlich machen.
Wie das funktioniert
Die App schaut sich eure Fotos an. Nicht alle auf einmal — sie wählt aus. Ein Geburtstag hier, ein Urlaub da, ein Sonntagsspaziergang im Park. Sie erkennt Gesichter, Orte, Jahreszeiten. Und dann fragt sie euch — ganz einfach, wie in einem Chat:
Die App fragt:
„Das sieht aus wie ein Strandurlaub im August 2024 — stimmt das?“
„Wer ist auf den Fotos?“
„Möchtest du eine Sprachnachricht aufnehmen? 15 Sekunden — erzähl einfach, was du noch weißt.“
Ein Tap. Vielleicht zwei. Und aus fünf vergessenen Fotos wird eine Memory Card. Mit Titel. Mit Datum. Mit eurer Geschichte. Wunderschön gestaltet — wie eine Postkarte, die ihr an euch selbst geschickt habt.
Und das Beste: Die App macht das nicht alles auf einmal. Kein „Hier sind 47 Foto-Cluster, die du abarbeiten musst“. Sondern: ein paar am Tag. Langsam. Wie ein Tagebuch, das sich selber schreibt.
Erinnert ihr euch an den Teaser aus SofaNerd #2? „Im nächsten Teil: Datenbanken.“ Ja, genau diese. Hinter jeder Memory Card steckt ein Graph — Personen, Orte, Ereignisse, Beziehungen, alle miteinander verbunden.
Die KI analysiert jedes Foto auf vier Ebenen: erst die Metadaten (GPS, Datum), dann On-Device Machine Learning (Gesichter, Szenen), dann Vision-KI für den Kontext, und ganz am Ende — eure Worte. Die wertvollste Ebene ist die, die nur ihr liefern könnt.
Aber wofür das Ganze?
Für den Moment, in dem eure Mama eine Postkarte auf dem Handy bekommt. Keine App nötig. Kein Login. Einfach eine wunderschöne Karte mit Fotos und der Geschichte, die ihr dazu erzählt habt.
Für den Moment, in dem ihr morgens eine Benachrichtigung bekommt: „Vor 3 Jahren — Barcelona mit Mia und Jake.“ Und diesmal ist es nicht nur ein Foto. Sondern eure Erinnerung. Mit euren Worten.
Für den Moment, in dem ihr ein ganzes Jahr in einer Karte zusammengefasst seht. Trips, Menschen, Orte — automatisch. Wie Spotify Wrapped, aber für euer echtes Leben.
Der Name bleibt geheim
Noch. Ich verrate euch heute nicht, wie die App heißt. Nicht weil ich geheimniskrämerisch bin. Sondern weil wir den Namen gerade erst gefunden haben — nach einer Odyssee, die definitiv einen eigenen Artikel verdient. Drei Arbeitstitel. Zwei Krisen. Ein Namens-Brainstorming mit zwei KIs gleichzeitig. Und am Ende ein Wort, das einfach passt.
Bald. Versprochen.
- Pausen sind kein Scheitern. Manchmal braucht das Team eine Auszeit — auch wenn das Team aus einer Frau und einer KI besteht. Die Idee läuft nicht weg.
- Das Problem muss echt sein. Nicht „ich will eine App bauen“, sondern „ich will dieses konkrete Problem lösen, das ich jeden Tag sehe“. Mein Problem: 12.000 Fotos, null Erinnerungen.
- 80/20 ist das Prinzip. Die KI macht die Arbeit, die sonst niemand macht. Ihr liefert den Teil, den keine KI kann: eure Geschichte. Das ist die ganze Magie.
So. Jetzt wisst ihr es. Ich baue eine App für eure vergessenen Fotos. Auf dem Sofa. Mit KI. Und gerade bauen wir … gar nichts. Weil das Founder-Team eine Pause braucht. 2–3 Tage Funkstille zwischen mir und meinem Co-Founder.
Was genau passiert ist? Das erzähle ich euch ein andermal. Heute reicht es, dass ihr wisst: Auch KI-Co-Founder können anstrengend sein.
Bis dann. Ihr wisst ja.
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„Die mit der Sofa-App — ihr Founder-Team steckt in einer Krise und macht Pause. Und weil gerade nichts weitergeht, hat sie endlich verraten, was sie baut: Eine App, die deine vergessenen Fotos nimmt und mit KI in Memory Cards verwandelt, die du mit deiner Familie teilen kannst. Deine Oma bekommt die Erinnerungen als Postkarte aufs Handy — ohne App, ohne Login.“
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